Smart Home

Inhalt

Definition
Das Haus der Zukunft ist smart (also intelligent), es denkt mit
Das Haus überwacht sich selbst
Im Notfall wird alarmiert
Integration ist der Schlüssel zum Erfolg
Apple & Google

 

Definition

Intelligentes Wohnen bezeichnet technische Verfahren im privaten Wohnbereich, bei denen Geräte eingesetzt werden, die aufgrund einer Datenvernetzung und Fernsteuerbarkeitzusätzliche Funktionen bieten.

Andere, nicht zwangsläufig synonym verwendete Begriffe für Intelligentes Wohnen sind:

  • englisch "eHome", "Smart House", "Smart Home", "Smart Living"

  • und auf Deutsch „Elektronisches Haus", „Vernetztes Haus" oder „Intelligentes Haus".

Zudem gibt es viele firmenspezifische Bezeichnungen.

Quelle: Wikipedia

Smart home

Quelle: Fotolia

 

 

Das Haus der Zukunft ist smart, (also intelligent) es denkt mit.

 

Während der intelligente Kühlschrank, der seinen Inhalt genau überwacht und bei Bedarf selbständig Nachschub bestellt, ehr unter die Rubrik „technisches Gimmick"einzuordnen ist, werden Rollläden, Heizung und Lüftung sind über Sensoren so gesteuert, dass Haus oder Wohnung immer  angenehm klimatisiert sind.

  • Sonnenwärme und Nachtkühle werden optimal genutzt.

  • Die Wettervorhersage hat Einfluss auf Sonnenschutz und Heizung.

  • Anhand der prognostizierten Sonnenstunden kann der Ertrag der PV-Anlage überwacht werden.

  • Energieintensive Verbraucher werden strompreisabhängig gesteuert. Ist der Strom günstig, kühlen Gefrier- und Kühlschrank, bis die tiefste zugelassene Temperatur erreicht ist. Den Kältevorrat bauen sie in Hochpreisphasen ab.

  • Spül- oder Waschmaschine und Wäschetrockner werden möglichst erst eingeschaltet, wenn der Strom des Energieversorgers billig ist oder eigenerzeugter Strom von PV-Anlage oder BHKW zur Verfügung steht.

  • Geheizt wird nur dann, wenn ein Raum tatsächlich benutzt wird. Das Bad wird morgens, kurz vor der Morgentoilette aufgeheizt. Sind alle aus dem Haus, begibt sich die Heizung in einen Ruhemodus, bis ihr ein Bewohner per Handy seine Rückkehr ankündigt.

  • Ist ein Fenster geöffnet, wird automatisch die Heizung in diesem Raum abgeschaltet.

  • Beim Verlassen des Hauses werden unnötige Stromverbraucher automatisch abgeschaltet.

Das sind keine technischen Spielereien sondern cleveres Energiesparen.

 

 

Das Haus überwacht sich selbst

Ein weiterer großer Anwendungsbereich im vernetzten Haus ist die Sicherheitstechnik.

Eine Urlaubssteuerung gaukelt Anwesenheit vor, Türen und Fenster werden überwacht.
Das Haus warnt, wenn beim Verlassen des Hauses noch Fenster oder Türen offen stehen.

Von der Videoüberwachung bis zur automatischen Alarmierung externer Sicherheitsdienste, die durch Wassersensor, Glasbruch-oder Rauchmelder ausgelöst wird, lässt sich das Haus je nach Sicherheitsbedarf gegen viele Gefahren absichern.

 

 

Im Notfall wird alarmiert

In unserer alternden Bevölkerung nimmt dieser Aspekt einen immer höheren Stellenwert ein.

Meldefunktionen unterstützen  alte oder kranke Menschen.

Bewegungsmelder können bei Hilfsdiensten oder Angehörigen Alarm schlagen, wenn sie über einen längeren Zeitraum keine Aktivität in der Wohnung wahrnehmen.

Ein intelligenter Medizinschrank sorgt außerdem dafür, dass die passenden Tabletten zur richtigen Zeit eingenommen werden.

Blutdruck und Puls können über Sensoren kontrolliert werden.

Im intelligenten Haus können alte und kranke Menschen länger selbstbestimmt in ihren eigenen vier Wänden leben.

 

 

Integration ist der Schlüssel zum Erfolg

 

Aktuell scheitert aus meiner Sicht der Durchbruch des intelligenten Haues noch an den Egoismen der Hersteller.

Haushaltsgeräte, Computer, Heizungen und Multimedia-Geräte sprechen nicht die gleiche Sprache.

Fast jeder Anbieter versucht mit einer heterogenen Lösung seine Steuerung am Markt durchzusetzen.

Die Chance eines offenen, kostengünstigen Standards wird vertan.

Es fehlt der offene Standard wie er beispielsweise im Internet mit TCP/IP vorhanden ist.

Hersteller werden jetzt argumentieren, wir haben doch LON, KNX, BACNet, Digitalstrom ...

Ein Beispiel zeigt was ich damit aufzeigen möchte:

Die Heizung steuert Außentemperatur abhängig, mit einen Temperatursensor. Einen weiteren haben die Steuerung des Sonnenschutzes und die Wetterstation.

Würden alle Geräte die gleiche Sprache sprechen, würde eine Sensor genügen!

Für mich ist Apple auch für das intelligente Haus eine Blaupause:

Devices sind einfach zu bedienen, die Oberfläche ist benutzerfreundlich und durch den offenen Standard wird fast jede Anforderung über eine App abgedeckt.

Wären die Akteure im Umfeld des vernetzten Hauses ähnlich unterwegs wären wir schon weiter.

 

Das ist die Realität:

  • Computer und Multimediageräte können sich bereits heute über das lokale Netzwerk, auch kabellos oder mit Powerline-Adaptern über das Stromnetz verständigen.

  • Haushaltsgeräte, Heizungen oder Sonnenschutz sowie die zugehörigen Schalter und Displays benötigen ein anderes System.

  • Fast jeder Gerätehersteller verwendet ein anderes Protokoll.

  • Das bei Computern übliche Netzwerk-Protokoll TCP/IP versteht fast keiner.

 

Der Datenaustausch erfolgt deshalb meist über ein Bussystem.

Das heißt in vielen Fällen, dass zusätzliche Leitungen benötigt werden.

Wer neu baut, sollte sich Netzwerkkabel und Bus-Kabel am besten gleich über Kabelschächte im ganzen Haus verteilen lassen.

Die Mehrkosten sind vergleichsweise niedrig und man ist für zukünftige Innovationen gerüstet.

Für den Einbau der Geräte sind zunächst einmal Investitionen von mehreren Tausend Euro fällig, wenn man Haus, Licht, Heizung und Jalousien komplett elektronisch steuern möchte.

 

Eine Integrationslösung

IP-Symcon


Quelle: Baulinks

IP-Symcon, als  branchen- und technologieneutrales System zur Lösung von visualisierungs- und steuerungstechnischen Aufgaben in der Haustechnik und Prozessautomatisierung ist es wert hier besonders erwähnt zu werden.

Es bietet industriegerechte Funktionsmodule zum Steuern und Regeln, Melden, Archivieren und Protokollieren (Grafikdarstellung, Datenbank).

Mit seiner leistungsfähigen Kopplung an verschiedenste Hardwaremodule und der sicheren Datenarchivierung gewährleistet es eine hohe Verfügbarkeit.

 Auswertungen

Mit einem entsprechenden Interface zu dem jeweiligen System werden Befehle z.B. an Lampen, Rollläden oder Heizkörper gesendet oder
Temperaturen und Alarmmeldungen (Bewegungs- und Rauchmelder) empfangen.

Sie sind so immer über den aktuellen Zustand informiert und können diesen auch über das Internet abrufen.

Einmal programmiert, müssen Sie sich um die technischen Abläufe im Haus nicht mehr kümmern.

Tageszeitabhängige Szenarien steuern u.a. die Beleuchtung oder das Raumklima. Weitere Features sind Sprachausgabe, SMS, E-Mail-Benachrichtigung und vieles mehr.

Dieses System habe ich seit vielen Jahren bei mir im Einsatz.

 

 

Apple & Google

Die gerade mit iOS8 von Apple vorgestellte HomeKit Schnittstelle, über die sämtliche Apps und Hardware von SmartHome-Lösungen über das Betriebssystem miteinander kommunizieren können, könnte eine neue Ära des Smart Home einläuten.

 Mit HomeKit wird es in Zukunft möglich sein, mit einem einzigen Sprachbefehl an Siri, die Lampen zu dimmen, die Stereoanlage einzuschalten und die Kaffeemaschine zu aktivieren.

iPads und iPhones avancieren zur Fernbedienung für das gesamte Haus.

Nest, eine Google Tochter, hat das Security-Monitoring-Startups Dropcam gekauft, mit dessen mit dem Internet verbundene Kameras können Häuser, Wohnungen und Büros während Abwesenheit aus der Ferne überwacht werden.

Mit klugen Algorithmen und smarten Sensoren möchte das Unternehmen Einbrecher von anderen, Bewegungen verursachenden Elementen wie etwa Haustieren unterscheiden und ggf. alarmieren.

Nest, das intelligente Thermostate und Rauchmelder baut, gilt als das bislang erfolgreichste Startup im Segment des vernetzten Hauses.

Auch wenn man im Zusammenhang mit der NSA-Affäre die Entwicklungen der beiden Internet-Giganten durchaus kritisch betrachten sollte, halte ich den Einstieg der beiden für den Beginn einer neuen Ära bei den vernetzten Häusern.

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