Die große Lüge von der Wärmedämmung

 Thermographie Haus
 

Welt Online titelte am 29.03.2013 "Die große Lüge von der Wärmedämmung".
Autor Richard Haimann schreibt

... Die Kosten einer (energetischen) Sanierung übersteigen die Einsparungen. Und zwar deutlich.

Dies zeigt eine Studie im Auftrag der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ... 

 

Wesentliche Aussagen des Artikels 

... wohnungswirtschaftliche Investitionen über 835 Milliarden Euro stehen eine Energieeinsparung von 370 Milliarden Euro gegenüber ...

... den Eigentümern entsteht ein Gesamtverlust von 438 Milliarden Euro ...
... Verschwendung von Steuergeldern ... (Thomas Beyerle IVG) 

"Wir wissen ..., dass die Dämmung an vielen in den 90er-Jahren sanierten oder neu errichteten Häusern bereits heute – nach nicht einmal 20 Jahren – zum Teil Schäden zeigt".

 

Als Energieberater kann ich diesen Artikel nicht so einfach im Raum stehen lassen.

Gelinde gesagt hat der Verfasser aus der Studie vereinfacht interpretiert. 

 

Auszug aus der Prognos Studie

Prognosstudie
Faktencheck: Die Zahlen stimmen. 

 

Wirtschaftlichkeit vs. Kosten

nur die sogenannten energiebedingten Mehrkosten dürfen in die Wirtschaftlichkeitsberechnung eingehen.

Faktencheck: Im Weltartikel bleibt das Kopplungsprinzip unberücksichtigt.

Die getroffenen Aussagen müssen relativiert werden.

 

Kopplungsprinzip

"ohnehin" entstehende Kosten müssen von den Vollkosten der Energiesparmaßnahme abgezogen werden (Kopplungsprinzip)

Kostenanalyse
Kopplungsprinzip

Ist der grüne Balken höher als der rote, rechnet sich eine energetische Sanierung.

Und das ohne Förderung!

Die KfW fördert Vollkosten.

 

Energiepreisentwicklung 

 

Prognos unterstellt einen jährlichen Anstieg der Energiekosten von 1,1%.

 LohnEnergieVergleich
Quelle: Statistisches Bundesamt

Die Energiepreissteigerung liegt deutlich über 1,1% pro Jahr. 

 

Fazit

Kopplungsprinzip2

 

Verlust für die Eigentümer

 Diese Aussage ist politische Stimmungsmache.

Auch der unterstellte Verlust lässt das Kopplungsprinzip unberücksichtigt.

Diese Feststellung ist nur dann richtig, wenn sämtliche energetischen Sanierungen an intakten Gebäuden durchgeführt werden.

 

Schäden an WDVS Systemen

 

WDVS Untersuchung

 

Die Lebensdauer von WDV-Systemen ist wesentlich höher, als meist angenommen wird.

Das Fraunhofer Institut für Bauphysik untersucht in regelmäßigen Abständen Objekte, die 1970 mit WDV-Systemen versehen wurden, also jetzt bereits 40 Jahre alt sind.

Alle Objekte waren bei der letzten Untersuchung noch immer mängelfrei. 

 

Stellungnahme der KfW

KfW Pressemeldung

weitere Infos

Prognos Studie

back