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Brennwerttechnik nur mit Flächenheizung

Fussbodenheizung
  

Funktionert eine Brennwertheizung wirklich nur nur mit einer Flächenheizung?


Ein Vergleich unterschiedlicher Heizsysteme (hier am Beispiel von Gasheizungen) zeigt, dass eine Brennwertheizung den eingesetzten Brennstoff besser ausnutzt.


 
Gasheizungen

 

Gibt es wirklich eine Heizung, die aus 100% Brennstoff 107% nutzbare Wärme erzeugt?
 
Die Lösung ist einfach. 

Der Bezugswert ist der Heizwert, also der normale Verbrennungsvorgang. 

Zu diesem addiert man die dem Wasserdampf des Abgases entzogene Wärme (Brennwert) und kommt so auf Werte von über 100%.

 

Brennwertprinzip

In der Praxis wird der abgekühlte Heizungsrücklauf durch einen großflächigen Wärmetauscher geleitet. An diesem kondensiert der Wasserdampf zu flüssigem Wasser. Die dadurch frei gewordene Energie erwärmt das Heizungswasser.

Das funktioniert allerdings nicht mit jedem Brennstoff gleich gut.

Bei Gas setzt die Kondensation bereits bei 57oC ein, bei Öl erst bei 47oC Rücklauftemperatur. Der Hersteller der zurzeit einzigen Pellets-Brennwertheizung am Markt gibt 35oC an.

Weiter sind in den Brennstoffen unterschiedlich große Mengen Wasserdampf enthalten. Diese bei der normalen Verbrennung nicht genutzte Energie, die sogenannte latente Abwärme, beträgt bei Gas 11%, bei Pellets ca. 9% und bei Öl 6%.

Nun zur immer wieder verbreiteten These: "Brennwertheizungen funktionieren nur mit Flächenheizungen."

Dies ist u.a. der Tatsache geschuldet, dass immer noch bei vielen Heizungsanlagen kein hydraulischer Abgleich durchgeführt wurde.

Wärmebedarf der Räume und Anlagenhydraulik sind nicht angepasst.

Damit die Heizung trotzdem funktioniert, werden Vorlauftemperatur und Leistung der Umwälzpumpe zu hoch eingestellt.

Es wird zu schnell, zu viel, zu warmes Wasser transportiert. Das Heizungswasser kann nicht im Heizkörper auskühlen und der Rücklauf kommt zu warm zurück, eine Brennwertheizung funktioniert nicht.

Da Flächenheizung mit niedrigeren Systemtemperaturen gefahren werden, funktioniert dort eine Brennwertheizung auch wenn die Hydraulik nicht abgeglichen ist.

Deshalb wird diese Halbwahrheit immer wieder als Fakt dargestellt.

Diesen Umstand hat ein Dozent der HWK treffend formuliert:

Eine funktionierende Heizung ist die Summe aller Fehler, die sich gegenseitig aufheben.

Die These dass Brennwertheizungen zwangsläufig eine Flächenheizung benötigen ist falsch.

Alle so genannten Niedertemperaturheizungen, die üblicherweise mit maximal 70°C Vorlauf- und 55°C Rücklauftemperatur am kältesten Tag im Jahr betrieben werden, können die Kondensationswärme mit Gas ganzjährig nutzen. Bei anderen Brennstoffen in der meisten Zeit der Heizperiode.

 

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